Aktuelle Forschungsprojekte im ÖAGG

Der ÖAGG führt sowohl eigene Forschungsprojekte als auch Kooperations-Forschungsprojekte durch. Informationen zu allen Forschungsprojekten finden Sie auf dieser Seite.

Studien aus dem ÖAGG

Remote Psychotherapy During the COVID-19 Pandemic. Experiences With the Transition and the Therapeutic Relationship. A Longitudinal Mixed-Methods Study

von Robert Stefan, Gerd Mantl, Claudia Höfner, Julia Stammer, Markus Hochgerner, Kathrin Petersdorfer

Stefan R, Mantl G, Höfner C, Stammer J, Hochgerner M and Petersdorfer K (2021) Remote Psychotherapy During the COVID-19 Pandemic. Experiences With the Transition and the Therapeutic Relationship. A Longitudinal Mixed-Methods Study.
Front. Psychol. 12:743430. doi: 10.3389/fpsyg.2021.743430

Aims: Research conducted prior to the onset of the COVID-19 pandemic indicates that remote psychotherapy is as effective as in-person treatment. At that time, it usually was the therapist’s individual choice to work remotely, whereas the pandemic pushed psychotherapists, including previous skeptics, to incorporate remote work methods into their routine due to limited face-to-face contact. There is little knowledge of the way therapists experienced this sudden and forced transition to remote psychotherapy as the only treatment option. The present study aims to assess psychotherapists’ experience and proficiency delivering remote psychotherapy as well as to investigate perceived changes in the psychotherapeutic relationship.
Methods: An online survey was administered to psychotherapists of the Austrian Association for Group Therapy and Group Dynamics (ÖAGG). Three test periods (t) were set (t1: April, 2020 with N = 175; t2: May–June, 2020 with N = 177; t3: November–December, 2020 with N = 113). Research was conducted longitudinally using a mixed-methods research design.

Results: While psychotherapists’ levels of experience with telephone-based psychotherapy remained similar across all test periods, they became slightly more experienced using video therapy over the test period observed. However, they continued to feel less experienced compared to the use of telephone-based psychotherapy. The therapeutic relationship appeared to improve over the course of the first two test periods, while the third period showed a slight decline. No general deterioration of the psychotherapeutic relationship was found in the timespan studied.

Conclusion: Despite many challenges and concerns, psychotherapists seem to adapt and enhance their skills in remote psychotherapy over time. The present paper confirms and enhances previous findings in the field due to its longitudinal approach. Remote psychotherapy can be a credible and trustworthy alternative to in-person treatment to Frontiers in Psychology | www.frontiersin.org 1 November 2021 | Volume 12 | Article 743430fpsyg-12-743430 November 18, 2021 Time: 12:31 # 2

Stefan et al. Remote Psychotherapy During COVID-19 Pandemic be adopted and implemented on principle by a majority of psychotherapists regardless of their orientation. Furthermore, it sheds light on chances, problems und general observations regarding the comprehensive provision of remote psychotherapy in a pandemic situation.

Telepsychotherapie als Chance und Herausforderung: Eine longitudinale Mixed-Methods Studie.

von Höfner, C., Hochgerner, M., Mantl, G., Stefan, R. & Stammer, J. (2021)

Höfner, C., Hochgerner, M., Mantl, G., Stefan, R. & Stammer, J. (2021). Telepsychotherapie als Chance und Herausforderung: Eine longitudinale Mixed-Methods Studie. Psychotherapie Forum 25https://doi.org/10.1007/s00729-021-00169-2

Abstract: Seit Beginn der COVID-19-Krise und der sukzessiven Lockdowns sind Psychotherapeut*innen plötzlich gefordert, auf Telepsychotherapie (TEP) umzustellen. Die vorliegende Studie untersucht, wie dieser Umstieg bewältigt wird und wie erfahren sich Psychotherapeut*innen im Umgang mit TEP fühlen, welche Veränderungen in der therapeutischen Beziehung wahrgenommen werden und welche Behandlungstechniken in der TEP als besonders geeignet erscheinen. Die Untersuchungen wurden longitudinal mit zwei Erhebungszeitpunkten mit einem Mixed-Methods Forschungsdesign durchgeführt. Es zeigt sich, dass der Umstieg auf TEP gut bewältigt wird und die Erfahrung mit speziellen Apps und Videotelefonie signifikant zunimmt. Die Ergebnisse der Untersuchung legen für die vorliegende Stichprobe eine gewisse Adaptierungsfähigkeit der Psychotherapeut*innen nahe und zeigen, dass durch TEP keine allgemeine Tendenz zur Verschlechterung der Qualität der therapeutischen Beziehung wahrgenommen wird und dass mit der Zeit eine Adaptierung der therapeutischen Techniken aus der Face-to-Face Situation für die TEP vollzogen wird.

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Psychotherapie in der Krise. Eine Längsschnittstudie zur Lebens- und Arbeitssituation von PsychotherapeutInnen.

von Mantl, G., Höfner, C., Stefan, R., Stammer, J., Hochgerner, M. (2021)

Mantl, G., Höfner, C., Stefan, R., Stammer, J., Hochgerner, M. (2021). Psychotherapie in der Krise. Eine Längsschnittstudie zur Lebens- und Arbeitssituation von PsychotherapeutInnen. 
Feedback, 1-2, 38-54.

Abstract: Es ist noch wenig bekannt, wie sich eine lang andauernde, alle Lebensbereiche erfassende pandemische Krise auf die Lebens- und Arbeitssituation von PsychotherapeutInnen auswirkt. Der vorliegende Beitrag präsentiert Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung und fokussiert dabei Fragen bezüglich spezifischer Gedanken von PsychotherapeutInnen während der Krise, Selbsteinschätzung bezüglich Lebensqualität, Resilienz und affektive Gestimmtheit. Das Mixed-Methods-Forschungsdesign ermöglicht über die Auswertung offener Fragen detaillierte Einblicke in die Lebens- und Arbeitssituation von PsychotherapeutInnen, deren Sorgen, Ängste und Zukunftserwartungen. Es zeigen sich für den Zeitraum des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 anhand von zwei Messzeitpunkten eine überdurchschnittlich hohe Lebensqualität, Resilienz und positive Affektivität, wobei sich die Einschätzungen über den Zeitraum verändern. Außerdem verändert sich die Gewichtung spezifischer Gedanken, bei Sorgen und Ängsten sowie den Zukunftserwartungen bezüglich der COVID-19-Krise über den Untersuchungszeitraum.

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ÖAGG-Studien in Kooperation mit der Universität Wien

Psychotherapie in Zeiten der COVID-19-Pandemie: Veränderung der Arbeitsbedingungen in der Versorgungspraxis.

von Höfner, C., Mantl, G., Korunka, C., Hochgerner, M. & Straßer, M. (2021)

Höfner, C., Mantl, G., Korunka, C., Hochgerner, M. & Straßer, M. (2021). Psychotherapie in Zeiten der COVID-19-Pandemie: Veränderung der Arbeitsbedingungen in der Versorgungspraxis. Feedback, 1-2, 23-37.

Abstract: Die Arbeitssituation von PsychotherapeutInnen hat sich durch die COVID-19-Pandemie sowie den Lockdown im März 2020 verändert. Für viele PsychotherapeutInnen kam es erstmalig zu therapeutischen Beziehungserfahrungen über Sprach- oder Videotelefonate. In dieser Studie wurden die Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeitssituation der PsychotherapeutInnen hinsichtlich der Veränderung der Arbeitszeit, deren Zufriedenheit mit der Arbeit über Sprach- und Videotelefonaten und der Veränderung der Themen in den Psychotherapien quantitativ und qualitativ untersucht. Es zeigt sich, dass es zu einem Rückgang der Behandlungsstunden (im Mittel etwa 35-40%) in allen Settings kam, diese jedoch zum Teil durch virtuelle Kontaktsettings kompensiert werden konnten. Die Einschätzungen der Arbeit mit diesen Settings sind weitgehend positiv. In den Therapieprozessen wurden verstärkt Lebensthemen, Lebenskrisen und Ängste bearbeitet. Es sind kaum Unterschiede bezüglich der therapeutischen Grundströmungen zu beobachten.

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Der Einsatz von Sprach- und Videotelefonie in der Psychotherapie als Chance und Herausforderung: Eine Querschnitterhebung zu zwei Erhebungszeitpunkten.

von Korunka, C., Höfner, C., Straßer, M., Hochgerner, M. & Mantl, G. (In review)

Korunka, C., Höfner, C., Straßer, M., Hochgerner, M. & Mantl, G. (in review). Der Einsatz von Sprach- und Videotelefonie in der Psychotherapie als Chance und Herausforderung: Eine Querschnitterhebung zu zwei Erhebungszeitpunkten. Psychotherapie Forum.

Abstract: Die Video-Psychotherapie, als eine Form der internetgestützten Psychotherapie, hat sich in den letzten Jahrzehnten langsam verbreitet. Die im letzten Jahrzehnt veröffentlichten Reviews und erste Meta-Analysen zeigen die Möglichkeiten dieser digitalisierten Form der Psychotherapie auf. Die Covid-19-Pandemie und die Anforderungen der Lockdowns haben diese Entwicklung rasch beschleunigt.
Diese Studie systematisiert die Erfahrungen österreichischer Psychotherapeut*innen mit Video-Psychotherapie im ersten Jahr der Pandemie, indem sie einen Querschnitt zu zwei Erhebungszeitpunkten abbildet. Im ersten Lockdown nahmen 743, im zweiten Lockdown 212 Psychotherapeut*innen an der Studie teil. Inhaltsanalytische Auswertungen zeichnen ein differenziertes Bild der Möglichkeiten und Grenzen von Video-Psychotherapie, und auch eine intensive Lernerfahrung im ersten Jahr der Pandemie. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der vier therapeutischen Strömungen diskutiert, Grenzen und Möglichkeiten dieser Form der Psychotherapie differenziert aufgezeigt.

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ÖAGG-Studien in Kooperation mit der ÖAGG-psychotherapeutischen Ambulanz (pta) und der Suttneruni St. Pölten

Wie kommen psychisch erkrankte Personen durch die COVID-19-Krise? Eine empirische multimethodische Studie mit Daten von PatientInnen in gruppentherapeutischer Behandlung.

von Bischof, H., Dietrich, G., Przyborski, A., Poncioni-Rusnov, V. (2021)

Feedback, 1-2, 55-74

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Die Eingangsphase in der ambulanten Gruppentherapie – eine Pilotstudie.

von Bischof, H., Przyborski, A., Dietrich, G., Poncioni-Rusnov, V., Agner, R. (2021).

Bischof, H., Przyborski, A., Dietrich, G., Poncioni-Rusnov, V., Agner, R. Die Eingangsphase in der ambulanten Gruppentherapie – eine Pilotstudie. 
Psychotherapie Forum 25, 62–71 (2021). https://doi.org/10.1007/s00729-021-00182-5

Abstract: Die vorliegende multiparadigmatische und -methodische Pilotstudie widmet sich der Rekonstruktion der gruppentherapeutischen Eingangsphase auf mehreren Ebenen: Zum einen wurden Fallverläufe von etwa 2500 Patient_innen aus der ÖAGG psychotherapeutischen Ambulanz (pta) retrospektiv quantitativ ausgewertet und zwar hinsichtlich der differenzierenden Eigenschaften von patient_innen-, therapeut_innen- und behandlungsspezifischen Variablen. Gruppendiskussionen mit Psychotherapeut_innen der Ambulanz, die dokumentarisch und tiefenhermeneutisch ausgewertet wurden, geben Einblicke in entsprechende Erfahrungen und Interpretationen der Therapeut_innen. Narrative Telefoninterviews mit beteiligten Patient_innen, die ebenso ausgewertet wurden, bilden die Patient_innenperspektive ab.
Die Ergebnisse der quantitativen Auswertungen weisen darauf hin, dass eine bestimmte Anzahl an Gruppentherapiestunden notwendig ist, um einen „Therapieerfolg“ zu ermöglichen. Wenn es zu ungeklärten Therapieabbrüchen kommt, so finden diese allgemein sehr früh im Behandlungsverlauf statt. Es zeigen sich Einflüsse des Geschlechterverhältnisses zwischen Therapeut_innen und Patient_innen und komplexe Interaktionseffekte in diesem Bereich. Darüber hinaus zeigt sich, dass junge Patient_innen häufiger vorzeitig die Therapie beenden und dass spezifische Diagnosegruppen sowie die Störungsspezifität der Gruppe die Wahrscheinlichkeit eines frühen Endes beeinflussen. Bezüglich der psychotherapeutischen Methoden des/der Gruppentherapeut_in fanden sich Interaktionseffekte mit dem Patient_innengeschlecht.
Die Auswertungen der Gruppendiskussion mit den Therapeut_innen weisen auf die Relevanz des Gruppenprozesses sowie der Geschlechterverteilung für die Aufnahme neuer Patient_innen hin. Die Auswertung der Interviews mit den Patient_innen lässt erste Ansätze einer Typologie von Patient_innen erkennen, die aus einer Gruppentherapie in der Anfangsphase aussteigen.

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Längsschnitt-Wirksamkeitsstudie von Gruppenpsychotherapie

In einer geplanten Studie wird die Wirksamkeit der verschiedenen, an der pta (ÖAGG-psychotherapeutische Ambulanz) vertretenen Therapiemethoden, überprüft. Dafür werden die PatientInnen der pta in regelmäßigen Intervallen gebeten, einen standardisierten, in der internationalen Psychotherapieforschung gut evaluierten Fragebogen (OQ-45.2) zu ihren Symptomen und ihrer Befindlichkeit zu beantworten.

Die Ergebnisse sind für die PsychotherapeutInnen der pta einsehbar und können für die Therapieplanung und Qualitätskontrolle genutzt werden.

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ÖAGG-Forschungsbeirat

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